Wer regelmäßig die Bundesstraße 431 zwischen Glückstadt und der Blomesche Wildnis nutzt, muss sich in den kommenden Wochen auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Ab nächste Woche wird die wichtige Verkehrsachse wegen umfangreicher Bauarbeiten vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) für rund eineinhalb Jahre abschnittsweise voll gesperrt – eine Maßnahme, die den Alltag vieler Pendler und Anwohner deutlich verändern wird.
Ein Straßenprojekt mit langer Vorgeschichte
Die B431 ist seit Jahren ein Sorgenkind der Region. Immer wieder wurden Teilstücke saniert, doch nun steht eine grundlegende Erneuerung an. Der Asphalt ist vielerorts stark beschädigt, sodass nicht nur oberflächliche Reparaturen, sondern Eingriffe in tiefere Schichten notwendig sind. Ziel ist es, die Straße und den Fuß- und Radweg langfristig zu stabilisieren und sicherer zu machen.
Acht Bauabschnitte bis Ende 2027
Um die Auswirkungen auf Verkehr und Anwohner möglichst gering zu halten, wird die Gesamtmaßnahme in acht Bauabschnitte unterteilt. Nach dem ersten Abschnitt zwischen Dänekamp und Von-Drathen-Weg folgen weitere Abschnitte bis zur Landesstraße 119 in der Blomesche Wildnis.
Während der Arbeiten bleibt die Strecke jeweils voll gesperrt – lediglich Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle eingeschränkt passieren.
Die geplanten Bauabschnitte umfassen:
Bauabschnitt: Dänenkamp bis Von-Drathen-Weg
Bauabschnitt: Von-Drathen-Weg bis Wiebeke-Kruse-Straße
Bauabschnitt: Wiebeke-Kruse-Straße bis Zufahrt Ziegelei
Bauabschnitt: Zufahrt Ziegelei bis An der Chaussee Nr. 66
Bauabschnitt :An der Chaussee Nr. 66 bis zum Fluss Rusch
Bauabschnitt: Fluss Rusch bis An der Chaussee Nr. 88
Bauabschnitt: An der Chaussee 88 bis zur Kreuzung B 431/L 119
Bauabschnitt: Kreuzung B431/L 119 bis auf rund 100 Metern Länge
Über den jeweiligen Baubeginn der einzelnen Abschnitte sowie die dazugehörigen Verkehrsführungen will der LBV.SH rechtzeitig informieren.
1. Bauabschnitt dauert bis September
Den Auftakt bildet der erste Bauabschnitt zwischen dem Dänekamp und dem Von-Drathen-Weg in Glückstadt. Dieser Abschnitt wird vom 22. Juni bis voraussichtlich 1. September 2026 unter Vollsperrung saniert.
Im Zuge der Baumaßnahmen werden die Einmündungsbereiche Dänenkamp/Itzehoer Straße sowie Von-Drathen-Weg/An der Chaussee jeweils halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird dort einspurig mittels mobiler Ampelanlagen an den Baustellen vorbeigeführt.
Für Anwohner ergeben sich dabei folgende Einschränkungen: Aus dem Bereich Dänenkamp/Itzehoer Straße ist die Ausfahrt mit dem Pkw lediglich in Richtung Innenstadt möglich. Anwohner des Von-Drathen-Wegs können mit dem Auto ausschließlich in Richtung Blomesche Wildnis rein- und rausfahren.
Dadurch ist die Glückstädter Innenstadt aus der Blomeschen Wildnis während der Bauzeit nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar.
Da im Rahmen der Arbeiten auch die Gehwege saniert werden, wird bei Sperrung eines Bürgersteigs jeweils der gegenüberliegende Gehweg für die Nutzung freigegeben.
Der Landesbetrieb begründet die Vollsperrung mit Anforderungen an die Verkehrssicherheit, den Arbeitsschutz und die Qualität der Bauausführung.
Änderungen im Busverkehr werden vom jeweiligen Linienbetreiber gesondert bekanntgegeben.
Weiträumige Umleitung eingerichtet
Für die Dauer der Sperrung wird eine großräumige Umleitung eingerichtet. Diese führt von der Blomeschen Wildnis über die Landesstraße 119 nach Krempe, anschließend über die L 100 nach Elmshorn und von dort über die B 431 zurück nach Glückstadt. Die Umleitung gilt in beide Fahrtrichtungen.
Die Verkehrsführung wurde laut LBV.SH gemeinsam mit Polizei, Verkehrsbehörden, Kreisverwaltung, Amt, betroffenen Gemeinden sowie dem Buslinienbetreiber abgestimmt.
Alltag für Anwohner deutlich eingeschränkt
Für Autofahrer bedeutet das: großräumige Umleitungen. Besonders für Berufspendler dürfte das längere Fahrzeiten und mehr Verkehrsaufkommen auf den Nebenstrecken bedeuten.
Auch für Anwohner entlang der Strecke bringt das Projekt spürbare Einschränkungen mit sich. Mehrere Einrichtungen im Bereich Tegelgrund sind mit dem Auto zeitweise nicht direkt aus Richtung Innenstadt erreichbar, darunter Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Praxen und soziale Einrichtungen. Rettungsdienste und Lieferverkehr müssen ebenfalls auf Umleitungen ausweichen.
Anwohner sollen über mögliche Einschränkungen bei der Erreichbarkeit ihrer Grundstücke direkt durch die ausführende Baufirma mittels Hauswurfsendungen informiert werden.
Bund investiert fünf Millionen Euro
Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro und werden vollständig vom Bund getragen.
Geduld ist gefragt
Die Vollsperrung der B431 ist für viele Verkehrsteilnehmer eine Geduldsprobe. Doch hinter dem Großprojekt steht ein klares Ziel: eine sichere und zukunftsfähige Verkehrsverbindung zu schaffen.
Bis dahin heißt es jedoch: Umwege fahren, Zeit einplanen – und Geduld mitbringen.